Religionsunterricht – digital

Eine Nachricht, die radikales Umdenken nötig machte: Auf einmal sind die Schulen geschlossen! Das, was den Religionsunterricht auszeichnet: Persönliche Begegnung mit Kirche, gemeinsames Beten und Singen, in den Kindergesichtern zu lesen, wie biblische Geschichten in eine Seele hineinfallen und so viel Gutes bewirken… auf einmal fällt das alles weg! Ich erinnere mich noch an diese ersten Tage:  Welches Passwort für welche Schulhomepage? Registrieren für das webinar? Wie geht das nochmal? Was machen wir exklusiv evangelisch? Was machen wir ökumenisch? Und dann macht die schlechte Internetverbindung wieder einen Strich durch die Rechnung…

Und doch bahnte sich dann die Kreativität ihren Weg. Ich habe mich bewusst dazu entschlossen, die Angebote als freiwillig zu kommunizieren. Außerdem war es mir wichtig, für Schüler und Eltern als Gesprächspartnerin zur Verfügung zu stehen. Die Angebote sollten unterstützend in der momentanen Situation sein und Hoffnung vermitteln. So habe ich u.a. mit einer Kollegin Lieder aus dem Unterricht eingesungen und angeboten, biblische Geschichten mit Spielfiguren zu stellen, einen Stop motion Film oder eine foto Story daraus zu machen. Zwei Ergebnisse möchte ich mit dem Einverständnis des Kameramannes, Florian, und der Regisseurin, Fay, beide aus Weißensberg heute vorstellen:

 

Die Karwoche als Fotostory

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Flyer pdf

 

 

Die Geschichte von Noah und der Arche

 

Der Film hat mich besonders vor dem Hintergrund der momentanen Situation berührt. Einen Schutzraum suchen und das gewohnte Lebensumfeld verlassen. Die Enge in der Arche auszuhalten. Auf einmal bin ich mit meiner Familie so eng beieinander, wie ich es noch nie gewohnt war. Dann irgendwann kommt der Wind der Veränderung, der die Wasser wegweht und das Land langsam zum Vorschein kommt. Wie wird sich die Welt verändert haben, wenn die öffentlichen Einrichtungen wieder geöffnet sind? Noah schickt Botschafter aus: zuerst einen Raben dann zweimal eine Taube. Wie erfahren wir von der veränderten Lebenssituation der Familien? Welche Möglichkeiten der Kontaktaufnahme haben wir jetzt und dann? Und schließlich der Neubeginn, den es irgendwann geben wird. Trotz dem Bösen, das es immer in der Welt geben wird – ein Neuanfang. Unter dem Regenbogen wenden wir uns an Gott und spüren seinen Segen für unseren weiteren Lebensweg.

Solche Hoffnung kann man digital vermitteln und Gebete, die mir die Kinder per mail schreiben verbinden. Trotzdem! Ich zähle die Tage, bis ich wieder das vielstimmige „guten Morgen alle zusammen“ hören werde!

 

Barbara Schmidt, Religionspädagogin