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Ansicht der Insel Lindau

Thema Monatsgruß 04 05 | 2026

Pilgern – eine bereichernde Erfahrung

Mit dem Schritt aus der eigenen Haustür beginnt der Pilgerweg. So ist Europa von einem Netz von Wegen überzogen, die zu den großen Haupt­strecken der bekannten Pilgerwege führen: die Wege nach Rom, nach Jerusalem und nach Santiago de Compostela. Seit Jahrhunderten sind Menschen diese Pilgerwege gegangen. Manche taten es, um heil zu werden oder das Heil zu erlangen. Andere, weil sie Schuld auf sich geladen hatten und ihnen der Pilgerweg als Weg zur Umkehr auferlegt worden war. Wiederum andere gingen ihn stellvertretend für Menschen, die ihn nicht mehr gehen konnten oder sich zeitlich zu sehr eingebunden fühlten. Nach dem Höhepunkt im Mittelalter verloren die Pilgerwege an Bedeutung. Vor einigen Jahrzehnten wurde vor allem der Jakobsweg wiederentdeckt und als europäisches Projekt auch wieder begehbar gemacht. So pilgern heute wiederum viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen und auf die unterschiedlichste Weise. Manche gehen den Weg nach Santiago an einem Stück, andere in mehreren Etappen, für manche ist der Weg das Ziel und es ist ihnen das Ankommen in der Kathedrale in Santiago gar nicht so wichtig. Viele Menschen gehen aber auch nur kurze Strecken an einem oder mehreren Tagen in ihrer direkten Umgebung, sozusagen einen Steinwurf von ihrem Heim entfernt. Wie Menschen das Pilgern auch gestalten, es ist eine bereichernde Erfahrung.

 

Was Menschen beim Pilgern heute erleben und was sie bewegt – diese Frage stellte ich Maria Rummel, einer erfahrenen Pilgerbegleiterin, die mich zur Pilgerbegleiterin ausgebildet hat.

 

Sie schreibt dazu:

Die ersten Pilgerschritte bin ich vor gut 15 Jahren gegangen, von Rothenburg ob der Tauber in Richtung Süden. Mit Studienfreunden, wir wollten es mal ausprobieren: Jeans, Wollpullover, alter Rucksack, Joggingschuhe, das musste erstmal reichen. Es hat mich begeistert: einfach raus in die Natur, das Wetter spüren, den Untergrund wahrnehmen, Hunger, Durst, Lachen … wie gut das tat! Zunächst habe ich das Studium der Erwachsenenbildung abgeschlossen und schließlich die Qualifikation zum Pilgerbe­gleiter. Seitdem bin ich viele tausende Kilometer gelaufen.
Immer wieder allein, oft mit Gruppen. Viel in Deutschland, aber auch in Österreich, der Schweiz, Südtirol und natürlich in Spanien und Portugal. Mein persönliches Highlight war die
Via Baltica, sie verläuft ganz im Norden Deutschlands, von Swinemünde über Rostock nach Lübeck und dann weiter nach Hamburg und Osnabrück.
Es war eine einsame Strecke. Ich habe keine Pilgernden getroffen, aber die Gespräche über den Gartenzaun waren immer herzlich. Ich brauchte das Alleinsein. Allein, aber nicht einsam. Auf diesem Weg bin ich mir selbst neu begegnet. Ich habe gespürt, wie wenig ich brauche, um glücklich und zufrieden zu sein. Wenn ich mit Gruppen unterwegs bin, freue ich mich besonders, wenn die Gespräche wie von selbst laufen. Beim Laufen läuft das Gespräch einfach besser. Und: Auch das Schweigen fällt viel leichter. Die Themen der gemeinsamen Pilgertouren sind unterschiedlich. Mal geht es um biografische Themen, wie „Meine Mutter und ich“, oder es geht um den Ruhestand, manchmal ist auch ein Lied die Grundlage unserer Überlegungen oder das Thema Trauer. Immer wieder erleben wir, wie heilsam das Gehen in der Natur ist! Es gibt viele Versuche, zu erklären, was Pilgern bedeutet. Für mich ist die Aussage stimmig: „Man wandert mit den Füßen und man pilgert mit dem Herzen.“

Ähnliches erlebte ich auf meinen eigenen Pilgerwegen. Es war Zeit zur Ruhe zu kommen, Zeit zu sich zu kommen und Zeit, Gott in der Natur, in den unerwarteten Begegnungen und in den Kapellen am Wegesrand zu erfahren. Es ist eine Erfahrung, die ich anderen gerne ermöglichen möchte.

Dies ist in Lindau ganz leicht. Denn Lindau liegt am Knotenpunkt mehrerer Jakobswege. Der Jakobsweg, der von Augsburg oder von München aus nach Lindau führt, geht weiter nach Santiago über Bregenz oder Rorschach. Wer sich von Rorschach auf den Weg macht, kommt nach St. Gallen, Maria Einsiedeln, an den Vierwaldstätter See und von dort aus nach Interlaken weiter in die französische Schweiz. Ein Weg, der durch eine wunderbare Natur zu sich selbst führt. Wer lieber mit dem Rad unterwegs ist, kann von Lindau aus rund um den Bodensee auf dem Radpilgerweg nach Konstanz fahren und von dort aus in die Schweiz weiterradeln. 

 

Wer sich lieber einer eintägigen oder halbtägigen Pilgergruppe anschließen möchte, der findet hier in der Umgebung beim Samstagspilgern zahlreiche Angebote.

6. April (Ostermontag) 9.30 Uhr mit Pfr. Vogt
Emmausgang Kath. Kirche St. Maria in Zech


Der Anmeldeschluss für die folgenden Veranstaltungen ist jeweils am Dienstag vor dem Pilgertag. Der Unkostenbeitrag beträgt 20 Euro:

6. April (Ostermontag) von 13 bis 17 Uhr mit Pfr. Uwe Six,
Emmausgang zur Ulrichskapelle

9. Mai von 8.30 bis 17 Uhr mit Dorothee Stiehler nach Röthenbach-Eglofs

16. Mai von 8.30 bis ca. 17 Uhr mit Tanja Reichert nach Bregenz Am 27. Juni möchte ich mit Nina und Robert Kranz in Kooperation mit dem Alpenverein einen Pilgertag am Pfänder anbieten.

Näheres dazu finden Sie im nächsten Monatsgruß. Ob Sie sich alleine oder in einer Gruppe auf den Weg machen, ich wünsche Ihnen einen „Buen Camino“, einen guten Weg.

Seien Sie gesegnet auf all Ihren Wegen! Ihre Pfarrerin Margit Walterham

 


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